User Experience wird zum Ranking-Faktor: Google Page Experience Update 2021

Google Page Experience

Das lange im Voraus angekündigte Google-Update zur Page Experience 2021 hat für Aufsehen gesorgt. Es beeinflusst die Ranking-Faktoren für die Suchergebnisanzeige bei Google und ordnete diese neu. So werden nun Faktoren, die bisher nicht so stark gewichtet waren, einen stärkeren Einfluss auf das Ranking haben.

Bei diesem Update geht es besonders um die Benutzerfreundlichkeit von Websites. Einen Vorteil im Ranking haben eben solche, die auf Mobilgeräte optimiert sind, schnell laden und einfach zu bedienen sind. Dahingegen werden Websites, welche Inhalte nicht sicher übertragen, nicht schnell laden und einfach bedienbar sind, Einbuße haben. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Page Experience-Update 2021 von Google führt zu einer Neuordnung der Ranking-Faktoren. Faktoren, die nun (einen stärkeren) Einfluss auf das Suchmaschinen-Ranking haben sind die Core Web Vitals (LCP, FID, CLS), die Mobilgeräte-Optimierung, das Safe Browsing, die HTTPS-Nutzung sowie der Verzicht auf Interstitials.
  • Um die Optimierung von Websites und -shops hinsichtlich der Signale für die Page Experience zu unterstützen, hat Google einen “Bericht zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten” entwickelt.
  • Die Umsetzung des Page Experience-Updates startete im Juni und soll voraussichtlich Ende August vollständig eingeführt sein.

Hintergründe: Was ist das Google Page Experience-Update?

Um Ihnen einen genaueren Einblick in das Google Page Experience-Update zu geben, beantworten wir Ihnen im Folgenden die wichtigsten Fragen rund um das Update. 

Worum handelt es sich bei dem Page Experience Update?

Wichtig zu wissen: Google gibt mehrmals im Jahr neue Updates für die eigene Suchmaschine heraus. Diese Updates variieren vom Umfang her. Das Google Page Experience-Update ist somit nichts anderes als ein geplantes Update von Google, welches den Algorithmus der Suchmaschine verbessern soll. 

Da es kein “übliches” Update von Google ist, kann sich durch dieses viel verändern. Jedoch kündigt Google mittlerweile größere Updates mit einer gewissen Vorlaufzeit an, sodass Stakeholder genügend Zeit haben, sich auf dieses vorzubereiten. So war es auch mit dem Page Experience-Update. Dieses kündigte Google bereits im Mai 2020 an.

Wann wird das Page Experience-Update umgesetzt?

Wie bereits erwähnt, wurde das Page Experience-Update für 2021 bereits im Mai 2020 von Google angekündigt. Diese lange Vorlaufzeit erlaubt es, sich darauf vorzubereiten und gegebenenfalls Änderungen an bestehenden Inhalten vorzunehmen. Es zeigt gleichzeitig aber auch, wie relevant das Update ist. 

Das Update soll Schritt für Schritt realisiert werden. Demnach ist der Abschluss des Page Experience-Updates mit den Änderungen der Ranking-Faktoren für Ende August 2021 geplant. Es beinhaltet alle relevanten Metriken wie z. B. LCP, FID und CLS. 

Was ändert sich durch das Page Experience-Update?

Nun eine der spannendsten Fragen: Was bringt das Page Experience-Update überhaupt für Änderungen mit sich? Wie bei den vorherigen Updates lassen sich die genauen Auswirkungen dieses Updates erst im Nachhinein messen. Was aber bereits klar ist: Das Update wird weitreichende Änderungen mit sich bringen. 

Quelle: Google Webmaster-Zentrale Blog, September 2020

Die rechte Grafik zeigt die Faktoren, aus denen sich die Page Experience zusammensetzt und auf welche sich das Update fokussiert. Auf diese Faktoren wird im Folgenden näher eingegangen. 

Page Experience: Neuordnung der Google Ranking-Faktoren

Neu sind die “Signale für die Nutzerfreundlichkeit von Seiten”, die mit dem Page Experience-Update eingeführt werden, nicht. Sie wurden bisher nur nicht zu den Ranking-Faktoren gezählt. Relevant zu erwähnen ist hierbei noch, dass Google die Bedeutsamkeit der einzelnen Faktoren selbst nicht preisgibt.

Core Web Vitals  

Ein wichtiger Teil des Page Experience-Update sind die Google “Core Web Vitals”. Diese gelten neu als Ranking-Faktoren und werden zur Bewertung der Page Experience herangezogen. Einfach gesagt bewerten die “Core Web Vitals” die Performance einzelner Webseiten. Dies führt dazu, dass Seiten demnach im Ranking absinken oder gegebenenfalls aufsteigen kann. Die Intention von Google dahinter ist, dass die Webseiten für Besucher schnell geladen werden und einem somit längeres Warten erspart bleibt. Gleichzeitig soll vermieden werden, dass die Webseite während des Ladens nochmals umspringt und der Nutzer dadurch gestört wird. Die “Core Web Vitals” lauten im einzelnen wie folgt:

  • Largest Contentful Paint (LCP): Hierbei geht es um die Zeit, die vergeht, bis das größte Element des sichtbaren Bereichs geladen ist. Der Zielwert liegt bei weniger als 2,5 Sekunden.
  • First Input Delay (FID): Hierbei geht es um die Frage, wie lange es dauert, bis die Aktion eines Nutzers zu einer Reaktion führt. Hier liegt der Zielwert unter 0,1 Sekunden.
  • Cumulative Layout Shift (CLS): Der dritte “Core Web Vital” misst, wie sehr Inhalte auf einer Webseite nach dem Aufruf verschoben werden. Der Zielwert liegt hier bei unter 0,1. Möglich sind hierbei Werte zwischen 0 und 1.

Bei den “Core Web Vitals” ist es nicht ausgeschlossen, dass sich bei den Bewertungskriterien  seitens Google noch etwas ändert. Die Anpassungen, welche für Optimierungen notwendig sind, sind technisch sehr anspruchsvoll und müssen auf die jeweilige Shop- oder CMS-Software individuell abgestimmt werden.

Quelle: Google Developers, September 2020

Google hat neben den Informationen über das Update eine FAQ-Seite für die “Core Web Vitals” eingerichtet. Dort werden weitere relevante Fragen auf Englisch beantwortet. 

Mobilgeräte-Optimierung

Die Mobilgeräte-Optimierung von Websites nimmt seit 2015 Einfluss auf das Google-Suchmaschinen-Ranking und sollte von niemandem mehr ignoriert werden. Dieser Faktor ist besonders in den letzten Jahren so wichtig geworden, da die meisten Besucher von Webseiten über das Smartphone dorthin gelangen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Google seinen Index im März 2021 ausschließlich auf Mobile First ausgerichtet hat und somit nur noch Inhalte berücksichtigt werden, die auch mobil zu sehen sind.

Safe Browsing

Mit dem Google Page Experience-Update soll ebenfalls Malware (“bösartige Software”), Spam und sonstige Unsicherheiten vermieden werden, indem diese von Google schneller erkannt und abgestraft werden. Vertrauenswürdige Anbieter sollten solche Ansätze demnach vermeiden.

HTTPS-Nutzung

Webseiten werden ebenfalls kritisch bewertet, wenn sie kein SSL-Zertifikat (Verschlüsselungsprotokoll) für die gesamte Website nutzen und diese über das Protokoll HTTP statt HTTPS übertragen werden. Hierbei ist es wichtig, dass die Verschlüsselung der Übertragung erzwungen wird und der Googlebot somit die Inhalte nicht über eine nicht gesicherte Verbindung aufrufen kann, obwohl es bereits ein gültiges SSL-Zertifikat gibt. 

Verzicht auf störenden Unterbrechungen

Auch Popups und Werbung ist ein altbekanntes Thema, welches besonders durch das Page Experience-Update an Relevanz gewinnt. Natürlich sind diese auf einer Webseite nicht gänzlich auszuschließen, dessen ist sich auch Google bewusst. Sie sollten jedoch nicht störend wirken oder die Inhalte, weswegen ein Nutzer die Seite aufruft, verdecken oder blockieren. Somit straft Google spätestens seit dem Update sämtliche Webseiten mit Popups und Werbeeinblendungen ab, durch die eine schlechte Benutzererfahrung entsteht. Sollten Sie also solche störende Unterbrechungen noch benutzen, ist dringend zu empfehlen, diese zu entfernen.

Google Search Console: Neuer Bericht zur Benutzerfreundlichkeit von Seiten

Um Webseiten und -shops an die neuen Signale der Page Experience anzupassen, hat Google einen “Bericht zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten” entwickelt. Dieser ist in der Google Search Console zu finden. Dabei wurde der Bericht zu den “Core Web Vitals” um verschiedene Faktoren erweitert. Dazu gehört beispielsweise die HTTPS-Sicherheit, störende Unterbrechungen, einen Status zu dem Safe Browsing wie auch zu der Optimierung für die Mobilgeräte. 

Das ermöglicht Ihnen genau zu sehen, bei welchen Komponenten der Page Experience Überarbeitungsbedarf besteht oder welche bereits gut umgesetzt sind. Durch die Messwerte wie beispielsweise wie viel Prozent der URLs eine hohe Benutzerfreundlichkeit aufweisen oder die Anzahl der Seitenabrufe kann die Leistung schnell und einfach bewertet werden. In Kombination mit den Werten der einzelnen Komponenten der Page Experience haben Sie die Möglichkeit, genau zu sehen, an welchen Stellen Überarbeitungsbedarf besteht oder was bereits gut umgesetzt ist.

Schlagzeilen auch für Seiten ohne AMP möglich 

AMP bedeutet “Accelerated Mobile Pages” und ist ein Projekt von Google. Sie können sich darunter eine spezielle HTML-Version vorstellen, welche für das schnelle Laden von mobilen Websites zuständig ist. Mit dem Page Experience-Update haben auch Webseiten, welche kein AMP verwenden, die Möglichkeit in den Google-Schlagzeilen angezeigt zu werden. Trotzdem gibt es nach wie vor die Empfehlung der Anwendung von AMP, um gute Ergebnisse in der Nutzerfreundlichkeit zu erhalten.

Welches Ziel liegt laut Google dem Update zugrunde?

Mit dem Page Experience-Update möchte Google gemeinsam eine Plattform zu schaffen, die bei Nutzern beliebt ist. Um dies zu ermöglichen hat Google Tools und Ressourcen zur Verfügung gestellt, wie beispielsweise den Bericht zur Benutzerfreundlichkeit von Seiten in der Google Search Console oder die FAQ-Seite über die “Core Web Vitals”.


Fazit

Mit der Einführung des Google Page Experience-Updates 2021 macht Google einen großen Schritt in Richtung Benutzerfreundlichkeit von Websites. Das Update wird schrittweise eingeführt, mit dem Start im Juni und der voraussichtlichen vollständigen Einführung Ende August. Die “Core Web Vitals” (LIP, FID, CLS) sind bei der Page Experience ein wichtiger Bestandteil. Sie messen einfach ausgedrückt die Ladegeschwindigkeit, die Interaktion(-sgeschwindigkeit) und die visuelle Stabilität. 

Besonders für Unternehmen mit professionellen Websites / -shops ist das Google-Update als Chance anzusehen, um im Google-Suchmaschinen-Ranking aufzusteigen und mehr Traffic auf der Website / dem Webshop zu generieren. Tools, wie beispielsweise die der “Bericht zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten” in der Google Search Console, sind dabei ein mögliches Hilfsmittel. Bei Fragen rund um das Thema sprechen Sie uns gerne an.